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Grundlose Kündigung während Kurzarbeit
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04.12.2009 11:05 #1Neuer Benutzer
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Grundlose Kündigung während Kurzarbeit
Hallo!
mein Chef wird mich kündigen aber ehrlich gesagt freue ich mich schon.
Dazu mehr:
Wir haben seit dem 1.Okt. 09 Kurzarbeit und diese wurde auch im November normal richtig abgerechnet.
Die Novemberabrechnung (Dezember) verlief da ganz anders. Ohne Vorankündigung bekam die komplette Belegschaft (7-Mann-Betrieb) nur eine Abschlagszahlung für den November mit der Aussage, das der Rest erst Mitte des Monats ausgezahlt wird, wenn die real gearbeiteten Stunden errechnet sind.
Dieses Vorgehen wäre so vom Sachbearbeiter des Arbeitsamtes vorgeschreiben worden.
Nach Rücksprache mir dem Arbeitsamt wurde diese Aussage aber in keinster Weise bestätigt.
Da bislang schon mehrere Fälle von solchen halblegalen Dingern in unserer Firma gelaufen sind, habe ich mir dieses Mal eine solche Unverschämtheit nicht bieten lassen und habe aufgemuckt.
Es endete in einer einseitigen Schreierei (vom Chef aus), der irgendwelche fingierten Gründe in den Raum warf.
"Wir sind unfähig."
"Alle anderen sind besser."
"Es sieht es nicht ein die Kurzarbeit vorzufinanzieren."
"Stümper"
"Er sieht nicht ein für diese Leistungen länger Geld zu bezahlen."
und, und, und.
Zur Info:
Ich bin jetzt seit 9 Jahren in diesem Betrieb, warum hat er mich nicht gekündigt und stattdessen hintenrum bei Kunden in den Himmel gelobt?
Dieses gelogene Gesülze habe ich mir 15min. angehört, darauf hin meine Arbeitstasche genommen und mich von ihm für diesen Tag verabschiedet. Mit dem Satz, "wenn ich so unfähig bin wie Du sagst, dann machst Du besser Deine Arbeit heute selber.", und bin gegangen.
heute war ich dann wieder in der Fa. und er hat mich sofort wieder nach Hause geschickt. Auf mein Fragen hin ob ich am Montag wieder kommen solle, antwortete er mir nur, "das bekommst Du noch schriftlich."
Ich nehme an, das ich jetzt eine Kündigung erhalte, worüber ich aber nicht böse bin. Sorry für den Ausdruck, wer willschon gerne für so ein A....l... arbeiten.
Meine Frage lautet jetzt, welchen Kündigungsgrund kann er anbringen, der der Wahrheit entspricht und den ich ohne Einbußen akzeptieren kann?
Denn im Grunde kann es mich nur deswegen entlassen, weil ich auf mein Recht bestanden habe und mein Geld haben will. So wie es im Arbeitsvertrag beidseitig unterschrieben wurde.
Ich sehe darin keinen Fehler, außer das ich aufgemuckt habe. Oder wegen Arbeitsverweigerung, aber so mancher Arbeitnehmer ist im Streit bei uns schon früher mal nach Hause gegangen, diesen Grund werde ich auf jeden Fall anfechten.
Im Voraus bedanke ich mich für Eure Hilfe!
LG,
Bömmelmann
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05.12.2009 13:30 #2Neuer Benutzer
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Hallo Bömmelmann,
warte erstmal ab, was passiert.
Falls du die Kündigung bekommst, musst du innerhalb einer Frist von 21 Tagen (ab Zugang) Kündigungsschutzklage bei dem Arbeitsgericht beantragen. Das Ergebnis wir sein, das du nie gekündigt worden bist (rückwirkender Lohnanspruch), oder zumindest Abfindung erhalten wirst.
Falls du Mitglied einer DGB Gewerkschaft (z.B. IG Metall) bist, gehe dienstags dort hin zur Rechtsberatung. Die nehmen deine Probleme auf und leiten auch mit ihren Anwälten Kündigungsschutzklage für dich fristgerecht bein Arbeitsgericht ein.
Sachverhalt: Du kannst nicht aus dem gleichen Grund (z.B. wirtschaftliche Lage der Firma) entlassen werden, der auch für die Beantragung der Kurzarbeit herhalten musste.
Wenn dein Arbeitgeber das weiß, wird er Gründe in deiner Person suchen, die zur Kündigung führen ( Falsche Kilometerabrechnungen, Diebstahl, und wenn es nur ein Stück Altholz ist, was du mit nach Hause genommen hast, Laden deines Privathandys auf Firmenkosten usw,)
Wenn er dich kündigen will, kündigt er dich! Nur zu welchen Konditionen für dich, das kannst du gewissermaßen mit beeinflussen.
Wichtig ist, das du in der Kündigungsfrist keine Kurzarbeit machen brauchst. Das bedeutet, wenn der Arbeitgeber keine Arbeit für dich hat, du trotzdem vollen Lohnaanspruch hast. Der Grund, dass du vorrübergehend keine Arbeit hast ist weggefallen.
Mfg
moeve
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05.12.2009 20:00 #3Neuer Benutzer
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- 3
Hallo moeve,
Vielen Dank für deine Tipps,
das hilft mir wieder ein bisschen weiter.
Aus personellen Gründen kann er mich nichtentlassen, da ich (nachvollziehbar) immer meine Arbeiten korrekt und in der Kalkulierten Zeit abgewickelt habe. Ich selber habe mir auch nie etwas zu schulden kommen lassen.
Ich kenne meinen Chef und deshalb habe ich in dieser Richtung ihm niemals eine Angriffsfläche geboten.
Da er mich vor meinen Kollegen massiv mit Vorwürfen eingesumpft hat, werde ich auch nicht so einfach wieder dort arbeiten gehen können.
Für seine unwahren Anschuldigungen wird er sich bestimmt nicht entschuldigen.
Sämtliches Vertrauen und meine Loyalität sind weg.
Ich weiß nicht wie es da weiter gehen soll, interessiert mich aber auch wirklich nicht.
Wahrscheinlich werde ich mich selbständig machen, das wäre wahrscheinlich für alle das Beste.
LG,
Bömmelmann
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06.12.2009 22:18 #4Wenn es zu einer Kündigung kommen sollte, wird dein Chef höchstwahrscheinlich darauf bauen, dass du dich "unerlaubt" vom Arbeitsplatz entfernt hast. In der Regel müsste es hierzu vorher eine Abmahnung geben.Dieses gelogene Gesülze habe ich mir 15min. angehört, darauf hin meine Arbeitstasche genommen und mich von ihm für diesen Tag verabschiedet. Mit dem Satz, "wenn ich so unfähig bin wie Du sagst, dann machst Du besser Deine Arbeit heute selber.", und bin gegangen.
Zu deinem Lohn: Auch der Arbeitnehmer kann seinen Arbeitgeber schriftlich abmahnen, seine vertraglichen Pflichten (Zahlungs des Lohns) zu erfüllen. Ich empfehle dir also, in dieser Richtung eine Abmahnung an deinen Chef zu richten. Wenn es dann vor Gericht gehen wird, hast du auch was in der Hand. Auf die Aussage deiner Kollegen solltest du dich bei Gericht jedoch nicht verlassen, wenn es darauf ankommt.
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09.12.2009 11:00 #5Neuer Benutzer
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Vielen Dank PKP,
das hat mir auch die Mitarbeiterin des Arbeitrechts gesagt.
Und genauso habe ich dieses auch gemacht.
Die Vertrauensbasis ist erloschen und damit auch die Loyalität gegenüber meines Arbeitgebers. Momentan ist er wieder friedlich, das kann sich aber nur um Wochen handeln. Falls er mich nochmals beileidigend im Beisein von Zeugen ist, werde ich auch eine Anzeige gegen ihn machen.
Dasselbe werde ich dann auch der Handwerkskammer vorlegen.
Und wurde in denvergangen Jahren viele Gratifikationen gestrichen, die im Tarifvertrag fest verankert sind. Da er diese Zahlung aber nicht im Arbeitsvertrag festgelagt hatte, konnte er dieses. Auch haben alle Mitarbeiter seit Jahren keinerlei Gehaltserhöhungen bekommen.
So kann man seinen Betrieb auch nieder wirtschaften.
Ich bin der Meinung er handelt im Moment grob fahrlässig und sehe eher bei ihm das Problem einer Insolvenzverschleppung.
Er will nicht wahr haben, dass mit seiner Fa. in dieser Form kein Geld mehr zu verdienen ist.
Gruß,
Bömmelmann
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