Anonymisierte Bewerbungsverfahren unproblematisch?
Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, hat eine positive Zwischenbilanz des vor sechs Monaten gestarteten Modellprojekts zu anonymisierten Bewerbungsverfahren gezogen.
Zu den Teilnehmern gehören etwa die Deutsche Post, die Telekom sowie die Bundesagentur für Arbeit. In den Bewerbungen dürfen über einen Zeitraum von einem Jahr weder Fotos noch Angaben wie Name, Alter, Geschlecht, Herkunft, Geburtsort und Familienstand enthalten sein. Auf diese Weise sollen sich die Jobchancen für ältere Bewerber und solchen mit Migrationshintergrund erhöhen.
“Die Ergebnisse dieser Zwischenanalyse bestärken uns in der Auffassung, dass anonymisierte Bewerbungsverfahren auch in Deutschland mit seiner traditionellen Bewerbungskultur durchführbar sind”, teilte Lüders nunmehr mit. Seit Projektstart seien mehr als 4000 Bewerbungen ohne persönliche Angaben bearbeitet worden. Das Fehlen von persönlichen Angaben werde in den Personalabteilungen als unproblematisch bewertet. So wären bislang immerhin 111 Stellen besetzt worden.
Lüders fügte hinzu, dass sich Befürchtungen der Wirtschaft, wonach das neue Verfahren zu aufwendig und kompliziert sei, als unbegründet erwiesen hätten.
24. Juni 2011 um 14:13 Uhr
bisher kein Kommentar