joppo.de- News
- Job & Karriere
- Mitnahmeeffekte bei Kurzarbeit
Mitnahmeeffekte bei Kurzarbeit
Ihre Befürworter sehen sie als kompetentestes Mittel gegen den Stellenabbau in der Krise. Kritiker weisen bei der Kurzarbeit aber auch auf die Schattenseiten der Arbeitssicherung hin. Nicht jedes Unternehmen, welches bei der Agentur für Arbeit einen Antrag stellt, ist auch wirklich vom konjunkturellen Abschwung betroffen.
Besonders vor dem Hintergrund einer immer großzügigeren Verteilung und deutlich einfacherer Voraussetzungen wachsen die Verlockungen des Missbrauchs der Kurzarbeit. Schließlich bietet der Griff zur Kurzarbeit enormes Einsparpotenzial. Betriebe können auf diese Weise einen Teil der Lohnnebenkosten auf den Bund abwälzen – die Agentur für Arbeit übernimmt nach dem Ende des sechsten Monats die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge. Gleichzeitig sparen sich Unternehmen teure Entlassungen und können auch auf Neueinstellungen verzichten.
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz widerspricht dem Missbrauchsvorwurf vehement und lobt statt dessen die Kurzarbeit als Instrument zur Entlastung des Arbeitsmarktes. Schließlich sei die Arbeitslosigkeit teurer als das Kug. Eine Behauptung, die sich aber nur solange aufrechterhalten lässt, wie Kurzarbeiter anschließend wirklich weiter beschäftigt werden. Droht am Ende trotz allem der Weg in die Arbeitslosigkeit, wird der Steuerzahler gleich doppelt belastet.
6. Mai 2009 um 11:42 Uhr
bisher kein Kommentar